8. November 2026

Sonntagnachmittag um Vier in der Synagoge.

„Der Nazi und der Friseur“. Lesung aus dem Roman von Edgar Hilsenrath (1926-2018)

Am Vortag des Jahrestages der Pogromnacht im Jahr 1938, in der die einstige Herforder Synagoge vollkommen zerstört wurde, widmen wir uns der Erzählung über einen verlogenen Identitätswechsel. Um Schuld und Verantwortung abzuschütteln, schlägt sich jemand vom Lager der Täter ins Lager der Opfer:

In Edgar Hilsenraths Roman „Der Nazi und der Friseur“ nimmt ein nationalsozialistischer Massenmörder nach dem Dritten Reich die Identität eines ermordeten jüdischen Schulfreunds an und wandert aus nach Israel.

Der deutsch-jüdische Schriftsteller Edgar Hilsenrath, der 1944 als junger Mann aus dem Ghetto Mohyliw-Podilskyj befreit wurde, und danach einige Zeit in Palästina lebte, fand in den 1970ern zunächst keinen deutschen Verleger für „Der Nazi und der Friseur“ – wohl wegen des schwarzen Humors, des satirischen Tonfalls und der Verwirrung des Schemas von Gut und Böse, das sich beim Lesen einstellt.

In der Synagoge der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold wird in der Reihe „Sonntagnachmittag um Vier in der Synagoge“, seit Jahren ein hochwertiges Konzert oder eine Lesung mit dem niederschwelligen Angebot eines ungezwungenen Kaffeetrinkens verbunden.

Nach jeder Veranstaltung im Gottesdienstraum der Synagoge plaudern die Gäste, die Musikerinnen und Musiker im Gemeindesaal bei Tee, Kaffee und Keksen über Gott und die Welt.

Organisiert wird Sonntagnachmittag um Vier in der Synagoge von dem evangelischen Kirchenmusikdirektor a. D. Johannes Vetter in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde und der GCJZ Herford.

Termin:
8. November 2026
16:00 Uhr

Ort:
Synagoge Herford
Komturstr. 21-23
32052 Herford

Eintritt frei.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.