Ruth Frenk ist die Tochter von Shoah-Überlebenden. In „Bei uns war alles ganz normal“ widmet sie sich dem Schweigen über die erlebten Grauen in ihrem Elternhaus.
Ruth Frenk
Ruth Frenk zitiert einen Brief ihrer Mutter aus dem April 1945, geschrieben an eine befreundete Familie kurz nach der Befreiung aus dem KZ Bergen-Belsen:
„Wir selbst beabsichtigen, so bald wie möglich nach Rotterdam zurückzukehren und werden dann versuchen, wieder ein normales Leben aufzubauen und das Erlebnis in Bergen-Belsen mit all seinen Grausamkeiten und Schreckensbildern aus unserer Erinnerung zu verbannen.“
Um diesen Versuch, „die Erinnerung zu verbannen“, geht es in Ruth Frenks Lebenserinnerungen. Über den Beginn der Bearbeitung der Traumata, die an die Generation der Kinder weitergegeben wurde, schreibt sie:
„Viele Jahre später, ich war 45 Jahre alt und lebte bereits seit 18 Jahren in Konstanz, besuchte ich eines der ersten Seminare für die zweite Generation‘, das Kinder von Verfolgten des Nationalsozialismus in Doorn (Niederlande) zusammenbrachte.
In Deutschland gab es zu der Zeit noch keine Therapeuten, die sich an dieses Thema wagten. Die Niederländer waren da schon weiter.
Ich hatte meinen Vater in Rotterdam besucht und ihm gesagt, dass ich zu diesem Seminar gehen wolle. Er war sehr erstaunt und meinte: ‚Wie das denn? Bei uns war alles ganz normal!’“
Buchtitel
Termin:
12. April 2027
19:30 Uhr
Ort:
Synagoge Herford
Komturstr. 21-23
32052 Herford
Eintritt frei.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.