Franz Werfel wurde 1890 in Prag geboren und gehörte zum erweiterten Kreis der „Arconauten“, d.h. jener Literaten, die sich mit Franz Kafka und Max Brod im Café Arco trafen. Zu Lebzeiten war Werfel der bekannteste unter ihnen.
Frank Meier-Barthel
Im November 1933 veröffentlichte der deutsch-jüdische Autor den umfangreichen Roman „Die vierzig Tage des Musa Dagh“. Einige Jahre zuvor war Werfel auf einer Reise Überlebenden der Deportationen und Massenmorde des osmanischen Militärs an der armenischen Bevölkerung im Jahr 1916 begegnet. Ihr Schicksal erschütterte ihn, und so begann er mit der Arbeit an jenem großen Werk über Leiden und Widerstand, das von vielen Armeniern und Armenierinnen als ein Nationalepos gelesen wird.
Die Mechanismen der Ausgrenzung, Entrechtung und Verfolgung, die in „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ geschildert werden, verweisen bereits auf die Mechanismen, die auf die jüdische Bevölkerung unter der Naziherrschaft einwirkten. Werfels Roman wurde wenige Monate nach seiner Veröffentlichung auf die Haufen der Bücherverbrennungen geworfen.
Die kommentierte Lesung gehört zur dritten und letzten Staffel der Reihe „Kinder Kakaniens“. „Kakanien“ ist ein ironischer Ausdruck für die Kaiserlich-und-königliche Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Kakanien brachte wichtige Vertreter:innen der Moderne hervor, darunter viele jüdischer Herkunft, wie die Autor:innen dieser Lesereihe.
Termin:
16. März 2027
19:30 Uhr
Ort:
Synagoge Herford
Komturstr. 21-23
32052 Herford
Eintritt frei.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.